| Weltreisen | Sri Lanka | Das Hochland | Site-Map | HOME |

| Rundgang |

HAKGALA GARDENS

Am Morgen kam nach dem ersten Nebel dann doch noch überraschend die Sonne heraus, so entschieden wir uns nach dem Frühstück spontan für einen Besuch der Hakala Botanical Gardens. Ein netter Tuk-Tuk Fahrer wurde besorgt, der dort hinfuhr, zwei Stunden wartete und uns wieder zurück in die Villa brachte. Er war so nett, dass wir ihn in den nächsten Tagen noch einmal buchten. Sein Tuk-Tuk war noch ein altes, sehr gepflegtes Modell, das er stolz in der ursprünglichen Originalfarbe Beige gestrichen hatte.

Der Garten liegt 9 Kilometer von der Stadt Nuwara Eliya entfernt. Ganz in der Nähe des Hakgala Botanical Garden befindet sich der farbenfrohe Seetha Amman Tempel, im klassischen südindischen Stil erbaut. Er liegt nur etwa einen Kilometer vom Garteneingang entfernt direkt an der Hauptstraße in Richtung Nuwara Eliya. Der Tempel gilt als einer der wichtigsten spirituellen Orte in Sri Lanka, da er eng mit dem hinduistischen Epos Ramayana verknüpft ist. Es wird geglaubt, dass dies der Ort ist, an dem Prinzessin Sita vom Dämonenkönig Ravana gefangen gehalten wurde und täglich zu ihrem Ehemann Rama betete.

Direkt neben dem Tempel fließt ein Bach. Man glaubt, dass Sita hier gebadet hat. In den Felsen am Ufer kann man Vertiefungen sehen, die gläubige Hindus als die Fußabdrücke des Affengottes Hanuman interpretieren.

Die Geschichte des Botanischen Gartens reicht bis in das Jahr 1861 zurück, als er unter britischer Kolonialherrschaft ursprünglich für den Versuchsanbau von Cinchona-Bäumen angelegt wurde, aus deren Rinde Chinin zur Bekämpfung von Malaria gewonnen wurde.

Nachdem der Teeanbau die kommerzielle Bedeutung dieser Bäume verdrängt hatte, wandelte sich das Areal Ende des 19. Jahrhunderts in einen botanischen Schaugarten um. Heute ist die Anlage berühmt für ihre beeindruckende Sammlung an Rosen und Farnen, die in den tiefer gelegenen Regionen des Landes kaum überleben würden.

Der Hakgala Botanical Garden ist nach den Peradeniya Gardens bei Kandy, die wir ein paar später ebenfalls beucht haben, der zweitgrößte botanische Garten in Sri Lanka und stellt aufgrund seiner Lage auf etwa 1.745 Metern Höhe eine klimatische Besonderheit dar. Während der Rest der Insel oft von tropischer Hitze geprägt ist, herrscht hier im Hochland von Nuwara Eliya ein kühles, gemäßigtes Bergklima, das eine völlig andere Flora ermöglicht. Der Garten erstreckt sich an den steilen Hängen des Hakgala-Felsens, der majestätisch über der Anlage thront und ihr den Namen gab.

Für ausländische Touristen sind die Eintrittspreise in den fünf staatlichen botanischen Gärten Sri Lankas, zu denen auch der Hakgala Botanical Garden gehört, einheitlich festgelegt. Erwachsene zahlen 3.000 LKR (Stand Februar ca. 9,30 Euro) pro Person. Die Tickets können direkt am Haupteingang am Schalter erworben werden. Es empfiehlt sich, den Betrag in bar bereitzuhalten, da die Kartenzahlung an den staatlichen Kassen im Hochland manchmal aufgrund technischer Probleme unzuverlässig sein kann.

Ein QR Code am Eingang, der einen Gartenplan zeigen sollte, funktionierte leider nicht. Der Garten ist täglich von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Da es in Nuwara Eliya am Nachmittag oft zu Nebelbildung oder Regenschauern kommt, ist ein Besuch in den frühen Vormittagsstunden am lohnenswertesten, um die volle Pracht der Anlage und den Ausblick auf den Hakgala-Felsen zu genießen.









Rundgang

Ein Rundgang durch die terrassenförmig angelegten Sektionen in diesem kühlen Hochland-Paradies auf ca. 1800 m Höhe offenbart eine akribische angelegte Gartenkunst. Besonders hervorzuheben ist der Rosengarten, der eine Vielzahl englischer Sorten beherbergt und in der Blütezeit einen intensiven Duft verströmt. Leider fand die nicht bei unserem Besuch im Februar statt, einige Beete sahen noch ziemlich karg aus und sollten wohl gerade neu beflanzt werden. Besonders farbenfroh ist der Garten zwischen März und April, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen.

Angrenzend finden Besucher ein Farnhaus sowie ein Gewächshaus mit exotischen Orchideen und Kakteen. Die weiten Rasenflächen werden von riesigen, uralten Zypressen und Kiefern gesäumt, die dem Garten eine fast schon europäische Waldatmosphäre verleihen.

Sri Lanka Logo

Die Pflanzen werden ideal durch künstliche Teiche, glatte Rasenflächen im englischen Stil und gemütliche Pavillons ergänzt. Ein kleiner Bachlauf und ein Teich mit Wasserlilien verstärken den friedlichen Charakter der Anlage. Hier am Bach entdeckten wir sogar eine Schlange, die schnell unter einer Brücke verschwand. Leider konnten wir sie nicht fotografieren.

Neben der botanischen Vielfalt ist der Garten auch ein Rückzugsort für die heimische Tier- und Vogelwelt. Mit Glück kann man hier auch auf die endemischen Weißgesichtlangur zu treffen, die geschickt durch die hohen Baumwipfel turnen, oder seltene Bergvogelarten beobachten. Ferner solles hier auch einige endemische Säugetierarten, darunter die Bürgermeistermaus, die Ohiya-Ratte, die Kelaart-Langkrallenspitzmaus, die Sri-Lanka-Langschwanzspitzmaus und die Pearson-Langkrallenspitzmaus. Einige dieser Säugetiere kommen ausschließlich in dieser Region vor, leider haben wir kein einziges davon entdecken können.

Weiter geht der Spaziergang durch einen Steingarten mit Felsen ins das Arboretum, die Bäume wie mit kalifornische Zypressen, Zedern und Kampfer sind oft von Nebel umgeben. Netterweise sind viele Bäume mit Schildern ausgestattet, die mit großer Schrift sogar von so halbblinden wie Michael und mir vom Weg aus gelesen werden konnten. Das hätten wir in der Kölner Flora auch gerne so.

Obwohl Sri Lanka als Land mit tropischem Klima gilt, ist die beste Zeit für einen Besuch des Botanischen Gartens Hakgala die Monate April bis August. Während dieser Zeit schwankt die Temperatur am Fuße der Berge und Gipfel zwischen 26 und 30 Grad bei relativer Windstille, während die Komfortindikatoren von September bis Februar viel niedriger sind. Oft hat man hier nur 15 bis 19 Grad und dazu noch böigen Wind. Wir hatten an diesem Vormittag Glück, kaum waren wir wieder zurück in der Villa, kamen dicke Wolken vor die Sonne und am späten Nachmittag fing es an heftig zu regnen.













Video zum Thema

Google Map zum Thema

| Weltreisen | Sri Lanka | Das Hochland | HOME |

| Datenschutz | Impressum |