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Fast direkt vor unserem Hotel The Trees in Kandy wartete ein TukTuk Fahrer und bot seine Dienste an. Schnell war ein Preis ausgehandelt und wir starteten in Richtung Peradeniya. Die etwa sechs Kilometer lange Fahrt dauerte länger, als gedacht.
Denn der Verkehr in Kandy ist berüchtigt und fordert die Geduld jedes Besuchers heraus. Da die Stadt in einem Tal liegt, konzentrieren sich alle Verkehrsströme auf wenige Hauptstraßen. Das Bild wird beherrscht von Unzähligen knatternden Tuk-Tuks, die sich geschickt durch jede Lücke schieben und farbenfrohen, aber oft rasant fahrenden Linienbussen die schwarze Abgas-Wolken ausstossen. Davon bekommt man nebenan im offenen Gefährt natürlich eine Extraportion ab.
Besonders während der Stoßzeiten und bei Regenfällen kann der Verkehrsfluss fast vollständig zum Erliegen kommen. In soweit hatten wir noch Glück und erreichten den Haupteingang unseres heutigen Ziels: die Königlichen Botanischen Gärten von Peradeniya, nur wenige Kilometer westlich von Kandy und auf 460 Metern über dem Meeresspiegel gelegen. Bei 200 Regentagen im Jahr wird er von der Nationalen Botanischen Gartenverwaltung Sri Lankas verwaltet.
Ein Besuch hier gleicht einem Eintauchen in eine andere Welt, in der die Zeit zwischen gigantischen Baumkronen und leuchtenden Blüten stillzustehen scheint und der heftige Ritt durch den stinkenden Verkehr schnell vergessen ist.
Auf einer Fläche von rund 60 Hektar, fast vollständig umschlossen von einer markanten Schleife des Mahaweli-Flusses, entfaltet sich hier der bedeutendste botanische Garten Sri Lankas und einer der beeindruckendsten ganz Asiens. Ein paar Tage zuvor hatten wir schon die Hakgala Gardens in Nuwara Eliya besucht. Die waren nett, aber kein Vergleich zu Kandy.
Für ausländische Touristen sind die Eintrittspreise in den fünf staatlichen botanischen Gärten Sri Lankas, zu denen auch der Königliche Garten gehört, einheitlich festgelegt. Erwachsene zahlen 3.000 LKR (Stand Februar ca. 9,30 Euro) pro Person. Die Tickets können direkt am Haupteingang am Schalter erworben werden. Es empfiehlt sich, den Betrag in bar bereitzuhalten, da die Kartenzahlung an den staatlichen Kassen aufgrund technischer Probleme unzuverlässig sein kann. Der Garten hat täglich von 7:30 bis 17:30 Uhr geöffnet.
Natürlich ist der Andrang hier viel größer und die Besuchergruppen aus In- und Ausland drängen sich am Eingang, im Park verläuft es sich dann ein bisschen. Schließlich zieht der Garten jährlich mehr als zwei Millionen Besucher aus aller Welt an. Die Fahrer warten nur ein paar Meter weiter auf einem Parkplatz am Straßenrand auf ihre Gäste.
Wir haben uns insgesamt nur etwas über 2 Stunden Zeit genommen für den Besuch, was auf Grund der Hitze und der zurückgelegten Wege schon ziemlich anstrengend war. Trotzdem haben wir bei weitem nicht alles gesehen und mussten einige Gärten auslassen. 3 Stunden sind schon etwas realistischer, aber irgendwann konnten wir nicht mehr in der Mittagshitze und es wurde auch immer voller.
Als begeisterter Gärtner und Liebhaber von Pflanzen, Bäumen und Blumen kann man hier locker den ganzen Tag verbringen.










Die Ursprünge dieses Ortes reichen bis weit vor die europäische Kolonialisierung zurück. Bereits im Jahr 1371 wählte König Wickramabahu III. Peradeniya diesen Ort als Standort für seinen Hof und legte weitläufige Lustgärten an. In den folgenden Jahrhunderten nutzten die Könige von Kandy das Areal als privaten Rückzugsort, wobei unter König Kirtisri (1747–1781) eine formellere Gestaltung erfolgte. Von 1780 bis 1798 residierte König Rajadhirarajasinha ebenfalls hier. Unter König Wimala Dharma wurden ein Vihare (Mönchs-Schlafhalle) und eine Dagoba (Reliquienschrein) erbaut, die von König Rajadhi Rajasinghe erweitert wurden. Vihare und Dagoba wurden von den Engländern während ihrer Besetzung von Kandy zerstört.
Die berühmte historische Schlacht von Gannoruwa zwischen Rajasinghe II. und den Portugiesen wurde am Nordufer des Flusses ausgetragen. Ein Priester residierte hier, bis Herr Alexander Moon 1821, sechs Jahre nach der endgültigen Eroberung des Königreichs Kandy, die Botanischen Gärten anlegte.
In diesem Jahr wurde die Anlage unter britischer Leitung offiziell als botanisches Institut neu begründet. Vorbild war der Royal Botanic Gardens in London, der weltbekannt für Forschung bekannt ist und das größte viktorianische Gewächshaus besitzt.
Ursprünglich diente der Garten vor allem dem Experimentieren mit Nutzpflanzen wie Kaffee, Zimt und Kautschuk, um deren wirtschaftliches Potenzial für das Empire zu testen. Der 1824 erschienene "Katalog der Ceylon-Pflanzen" enthielt die botanischen und einheimischen Namen von 1127 auf der Insel heimischen Pflanzen.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich die Anlage unter Leitern wie George Gardner und George Henry Kendrick Thwaites von einer rein landwirtschaftlichen Versuchsstation zu einer weltweit renommierten Forschungseinrichtung für die Flora Sri Lankas. In dieser Zeit wurden weitere Zweiggärten für spezifische Pflanzen wie Kautschuk oder Chinarindenbäume gegründet, was schließlich 1912 zur Entstehung des nationalen Landwirtschaftsministeriums führte.
Während des Zweiten Weltkriegs diente der Garten als Hauptquartier für den Oberbefehlshaber der Alliierten im südostasiatischen Kriegsschauplatz, Lord Louis Mountbatten.
Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte er sich zu dem wissenschaftlichen und ästhetischen Refugium, das er heute darstellt. Bis in die jüngere Vergangenheit erweiterten Experten das Wissen über Orchideen sowie Heilpflanzen und trieben die systematische Katalogisierung der Pflanzenwelt voran, während sie gleichzeitig die ästhetische Gestaltung des Gartens kontinuierlich verbesserten.











Dieser atemberaubende, 60 Hektar große Garten, ist für seine 4.000 Pflanzenarten bekannt. Darunter Orchideen, Gewürze, Heilpflanzen und Palmen. Es gibt einen Kieferngarten, eine Ebenholzsammlung, Bambussammlung, Ficussammlung, und ein Kakteenhaus. Ein Besuch beeindruckt und man kann ihn wirklich empfehlen. Die Wege sind sehr gut ausgebaut, sodass sich das Gelände bequem zu Fuß erkunden lässt und man auch längere Strecken zurücklegen kann. Ein Rundgang offenbart Highlights, die man in dieser Form selten an einem einzigen Ort findet. Zahlreiche Bänke, schattige Plätze und Picknickbereiche laden zum Verweilen ein.
Im Zentrum befindet sich der Great Circle, entlang des Flussufers verläuft der sogenannte River Drive. Hier hängen tagsüber tausende von Flughunden in den großen Bäumen, die am späten Nachmittag zur Nahrungssuche starten.
Indische Flughunde (Pteropus medius) ernähren sich ausschließlich von Früchten und Nektar. Wir hatten sie ja schon in den frühen Morgenstunden bei einer Bootsfahrt auf der Lagune von Hikkdduwa und nach dem Besuch des Cave Tempel Mulgirigala gesehen.
Im Gegensatz zu kleineren Fledermausarten nutzen sie keine Echoortung, sondern verlassen sich bei der Navigation und Nahrungssuche auf ihren ausgeprägten Geruchssinn und ihre hervorragende Sehkraft, weshalb sie auch die charakteristischen großen Augen besitzen.
Der Great Circle und der nördliche River Drive sind mit einer Allee aus Königspalmen verbunden. Die imposante Bambussammlung befindet sich entlang des River Drive rechts vom See. Im südwestlichen Teil des Gartens ist ein See in Form der Insel Sri Lanka angelegt. Über den Mahaweli führten zwei schmale Hängebrücken, die aber leider bei den schweren Unwettern Ende 2025 zerstört wurden. Man sieht stellenweise heute noch Abfall am Flussufer hoch in den Bäumen hängen und kann so ahnen, wie hoch damals das Wasser stand. Am gegenüberligenden Ufer sieht man noch zerstörte Häuser, die tiefer lagen als der Garten.
Einer der Höhepunkte des botanischen Gartens von Kandy ist zweifellos seine erstaunliche Sammlung von Orchideen, die im Orchideenhaus vor allem in den Morgenstunden in voller Farbenpracht erstrahlt und über 300 prächtig blühende Arten beherbergt. Von zarten Mini-Blüten bis hin zu aufwendigen Exemplaren, ist hier ein wahres Paradies für Liebhaber dieser faszinierenden Pflanzen. Jede einzelne Art ist mit größter Sorgfalt gepflegt und präsentiert, um die Wunder und Schönheit der Orchideenwelt voll zur Geltung zu bringen. Besonders faszinierend sind die endemischen Arten Sri Lankas, die durch ihre filigranen Formen beeindrucken.
Im Zentrum des Gartens erstreckt sich ein monumentaler Javan-Feigenbaum (Ficus benjamina). Seine gewaltige Krone bedeckt eine Fläche von über 2.500 Quadratmetern und wird von zahlreichen Stützpfeilern getragen. Es heißt, unter seinem Blätterdach fänden theoretisch über tausend Menschen gleichzeitig Schutz vor Sonne oder Regen.
Eine weitere Hauptattraktion ist die große Sammlung an Palmen, in den Gärten wachsen über 200 Palmenarten. Die bemerkenswerteste unter ihnen ist die Doppelkokospalme (Lodoicea maldivica) von den Seychellen und der riesige Königspalmenweg, der mit Abstand zu den meistfotografierten Motiven im Garten zählt, zieht viele Besucher an. Es gibt auch eine Kohlpalmenallee.
Auch der duftende Gewürzgarten und der Medizingarten mit ayurvedischen Pflanzen zeigen die botanische Vielfalt Sri Lankas und Asiens in beeindruckender Weise.
Die weitläufigen Rasenflächen am Great Circle, dienen heute nicht mehr nur der Wissenschaft, sondern sind ein beliebter Treffpunkt für lokale Familien und vor allem Paare, die hier Ruhe vor dem geschäftigen Treiben Kandys und Zweisamkeit suchen.











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