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TEE UND KOLONIALZEIT

Das Anbaugebiet Nuwara Eliya, speziell die Region rund um Magastota, gilt unter Teeliebhabern als das "Champagner-Anbaugebiet" Sri Lankas. Aufgrund der extremen Höhenlage und der spezifischen klimatischen Bedingungen unterscheidet sich der dort produzierte Tee deutlich von allen anderen Sorten der Insel.

Nuwara Eliya ist das höchstgelegene Teeanbaugebiet des Landes. Die Plantagen, wie jene in Magastota direkt gegenüber der Private Villa by the Tea Estate, befinden sich auf einer Höhe von durchschnittlich 1.800 bis über 2.000 Metern. Durch die kühleren Temperaturen wachsen die Teeblätter wesentlich langsamer als im feuchtheißen Tiefland, was dazu führt, dass die Pflanzen mehr Zeit haben, komplexe Aromastoffe und ätherische Öle in den Blättern anzureichern.

Der Tee aus dieser Region ist berühmt für seine helle, goldene Farbe und sein feines, blumiges Aroma, das oft an Jasmin oder Minze erinnert. Hier herrscht ein ganz eigenes Mikroklima, bei dem die Teefelder häufig in dichten Nebel gehüllt sind. Dies schützt die Blätter vor zu starker direkter Sonneneinstrahlung und reduziert die Verdunstung. Die Temperaturen können nachts stark absinken, was den Stress für die Gewächse erhöht, in der Welt des Tees ist dieser positive Stress jedoch der Schlüssel für höchste Qualität.

Eine Besonderheit von Nuwara Eliya ist der Quality-Season-Effekt zwischen Januar und März. Während dieser Zeit wehen trockene Winde über das Hochland, welche die Luftfeuchtigkeit senken. Die Teepflanze konzentriert ihre Säfte daraufhin noch stärker in den jungen Trieben. Tees, die in diesen Wochen in Gebieten wie Magastota geerntet werden, erzielen auf den internationalen Auktionen in Colombo oft Weltmarkt-Höchstpreise. Von der Terrasse aus lässt sich den Teepflückerinnen bei der Arbeit zuschauen.

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Da der Tee aus Nuwara Eliya so fein und empfindlich ist, befinden sich die Fabriken meist direkt inmitten der Plantagen. Es lässt sich beobachten, wie die Teepflückerinnen lediglich die obersten zwei Blätter sowie die Knospe von Hand pflücken, da jede Beschädigung des Blattes vor der Verarbeitung das subtile Aroma verfälschen würde. Vom Einkommen sind diese Frauen ziemlich weit unten, für umgerechnet wenige Euro müssen pro Tag 15 bis 20 kg Tee gepflückt werden, wird nicht gepflückt, so gibt es auch kein Geld.

Geografisch ist das Gebiet um Magastota durch steile Hänge geprägt. Die Teesträucher wirken hier oft kleiner und gedrungener als im Tiefland, bilden aber einen dichten, teppichartigen Überzug über die gesamte Landschaft, der nur von vereinzelten Eukalyptusbäumen oder Zypressen unterbrochen wird. Wer einen kräftigen, dunklen Tee sucht, wird in Nuwara Eliya nicht fündig, wer jedoch die Eleganz, die helle Tasse und die feinen floralen Noten schätzt, findet in den Hochlagen von Magastota das hochwertigste Produkt der Insel.

Direkt von der Unterkunft aus sind Spaziergänge in den Teefeldern möglich, wobei der dort liegende Unrat auffällt. Die umliegende Bebauung verfügt scheinbar über keine funktionierende Müllabfuhr, da Abfälle teilweise auf den Trampelpfaden zwischen den Teepflanzen entsorgt werden. Dies wird jedoch meist erst sichtbar, wenn man direkt zwischen den Reihen wandert. Ebenfalls auffällig waren die relativ dicken Stämme und Wurzeln der nur einen Meter hohen Teepflanzen, die von einem hohen Alter zeugen, oben werden die neuen Triebe eben immer wieder abgeschnitten.








High Tea und Turf Club

An einem Nachmittag besuchten wir das Grand Hotel zum High Tea. Trotz des regen Betriebes durch zahlreiche Reisegruppen erhielten wir auch ohne Vorreservierung umgehend einen Tisch, nachdem wir wenig stilecht mit dem Tuk-Tuk vorgefahren waren. Unser Tuk-Tuk-Fahrer hat es sichtlich genossen, einige Minuten mit uns auf der Zufahrt zum Grand Hotel zu stehen. Der High Tea selbst war wunderbar und sehr elegant gestaltet. Die charmanten Kellner waren besser gekleidet als die meisten Gäste. Sie tragen oft weiße Handschuhe und eine tadellose Uniform, was die feierliche Atmosphäre unterstreicht.

Das Grand Hotel in Nuwara Eliya gilt als das lebendige Herzstück des "Little England" in Sri Lanka. Das im elisabethanischen Stil errichtete Gebäude diente einst als Residenz für Sir Edward Barnes, den Gouverneur von Ceylon, und bewahrt bis heute den Geist der britischen Kolonialzeit. Mit den akribisch gepflegten Rasenflächen, prachtvollen Rosenstöcken und der dunklen Holzvertäfelung im Inneren fühlt man sich unmittelbar in ein anderes Jahrhundert versetzt.

Häppchen beim High Tea

Für 9.500 Rupien pro Person wurde eine Etagere mit köstlichen Kleinigkeiten serviert, dazu noch Scones mit Marmelade und Sahne. Die Details der Auswahl sind auf dieser Seite einsehbar. Es war Michaels erster High Tea, gegen den er sich zuvor stets gesträubt hatte, doch das Erlebnis konnte ihn schließlich vollends begeistern.

Vorab gab es ein Gläschen Sekt, das erste seit über fünf Wochen, und es hat hervorragend geschmeckt.

Im Anschluss folgten vier verschiedene Teesorten in einer festen Abfolge. Den Beginn machte ein klassischer Schwarztee, gefolgt von einem Zimttee, der mein persönlicher Favorit war, während Michael den ersten, exakt zwei Minuten gezogenen Tee bevorzugte. Danach wurde ein Rosenblüten-Hibiskustee serviert, der uns geschmacklich eher an einen Malven-Früchtetee erinnerte, gefolgt von einem grünen Tee zum Abschluss. Nach dem regulären Service wurde sogar ein Nachschlag angeboten, bei dem jeder noch einmal eine Tasse seiner bevorzugten Sorte genießen konnte.

Nur einen kurzen Spaziergang vom Hotel entfernt liegt die Pferderennbahn von Nuwara Eliya, der Race Course. Sie ist die einzige verbliebene aktive Rennbahn in Sri Lanka und befindet sich auf einer Höhe von rund 1.860 Metern, womit sie zu den höchstgelegenen Rennstrecken weltweit zählt. Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts von den Briten angelegt, um den Pferdesport in der Kolonie zu etablieren.

Da der von Google-Maps ausgewiesene Weg gesperrt war und wir schon wieder umkehren wollten, fing uns am Tor des Rennplatzes ein charmanter Schlawiner ab, der sich als ehemaliger Jockey vorstellte und uns überall hin mitschleppte und alles erklärte. Gegenwehr war zwecklos, wir hatten Zeit und liefen mit. So sahen wir alle alten und neuen Gerätschaften und Gebäude und lautschten Geschichten aus seiner Vergangenheit.

Er zeigte uns die Tribünen, die Anzeige-Bojen, den Jockeyraum sowie die Waage und teilte Geschichten aus seiner aktiven Zeit. Trotz seiner mittlerweile stark eingeschränkten Sehfähigkeit erzählte er voller Stolz, dass er bei den Rennen noch immer die Fahne schwingt. Er machte Fotos auch von uns und erwartete natürlich am Ende ein Trinkgeld, aber das hatte er sich auch wirklich verdient.

Schwere Unwetter im Vorjahr hatten die Region und auch die Rennbahn gezeichnet, wobei erhebliche Schäden entstanden waren. Dass die Anlage im Jahr 2017 noch in vollem Glanz erstrahlte, zeigt das Video unten, als dort das prestigeträchtige Rennen um den Governor’s Cup stattfand. Dieses gesellschaftliche Ereignis zieht die lokale Elite sowie Touristen an, um auf die Vollblüter zu wetten. Außerhalb der Renntage wirkt das Areal friedlich, man trifft spazierende Einheimische oder grasende Pferde am Streckenrand. Die hölzernen Tribünen sind ein faszinierendes Relikt der Vergangenheit, das den britisch geprägten Charakter der Stadt unterstreicht.

Nach der Besichtigung machten wir uns zu Fuß auf den Rückweg zur Villa. Da der Lake Gregory aufgrund des hohen Wasserstandes keinen ufernahen Pfad mehr hatte, führte die Route zunächst an einer Kaserne vorbei und über eine wenig befahrene Straße zum anderen Ende des Sees, von wo aus es hinauf zum Wohngebiet unserer Unterkunft ging.











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