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SRI DALADA MALIGAWA

Der Besuch des Sri Dalada Maligawa, auch bekannt als Zahntempel, gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen in Kandy. Besonders am Abend entfaltet dieser heilige Ort eine ganz eigene Atmosphäre, die stark von religiösen Ritualen und traditionellen Klängen geprägt ist.

Wir hatten das Glück, dass wir von unserem Hotel The Trees aus den Tempel und den Eingangsbereich sehen konnten. Auch die Warteschlangen und die Lichter am Abend. Zu Fuß geht man vom Hotel ein kurzes Stück steil bergab und dann entspannt am Ufer des rechteckigen Seen entlang, der im Jahr 1807 vom letzten König, Sri Wickrama Rajasinghe, geschaffen wurde.

Der Zahntempel selbst hat eine große historische und religiöse Bedeutung. Er beherbergt angeblich einen Zahn Buddhas, eine der wichtigsten Reliquien des Buddhismus. Er hat eine lange und bewegte Geschichte innerhalb Sri Lankas.

Aber wie kam er überhaupt auf die Insel? Das ist eine Erzählung voller Dramatik und tiefer religiöser Hingabe, die im 4. Jahrhundert nach Christus ihren Lauf nahm. Nach der Parinirvana des Buddha wurde der Überlieferung nach sein linker Eckzahn aus der Asche des Scheiterhaufens gerettet und zunächst im indischen Königreich Kalinga aufbewahrt. Als dort politische Unruhen ausbrachen und das Heiligtum durch Invasoren bedroht wurde, entschied König Guhasiva, die Reliquie in Sicherheit zu bringen. Er betraute seine Tochter und ihren Ehemann mit der riskanten Aufgabe, den Zahn auf die Insel Sri Lanka zu überführen, die damals als ein sicherer Zufluchtsort für die Lehren Buddhas galt.

Die Prinzessin verbarg die Reliquie dabei geschickt in ihrem kunstvoll hochgesteckten Haar, was es ihnen ermöglichte, die weite Reise von Nordindien bis zur Küste der Insel unbeschadet zu überstehen. Nach ihrer Ankunft in der damaligen Hauptstadt Anuradhapura wurde das heilige Gut mit großen Ehren von König Sirimeghavanna empfangen.

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Bevor er nach Kandy gelangte, wurde die Reliquie über Jahrhunderte hinweg an verschiedenen Orten aufbewahrt, nämlich immer dort, wo sich gerade die politische Macht befand. Nach der Übergabe in Anuradhapura, der ersten großen Königsstadt der Insel wurde der Zahn im Laufe der Zeit weitergebracht, unter anderem nach Polonnaruwa, Dambadeniya, Kurunegala und Kotte. Der Grund für diese häufigen Ortswechsel waren politische Umbrüche, Kriege und Invasionen. Da der Besitz des Zahns als Symbol legitimer Herrschaft galt, wurde er stets mit dem jeweiligen Königssitz mitgeführt.

Im 16. Jahrhundert, als die Portugiesen begannen, Teile Sri Lankas zu kontrollieren und buddhistische Heiligtümer bedrohten, wurde der Zahn zum Schutz ins Hochland gebracht. Schließlich gelangte er nach Kandy, das sich als letztes unabhängiges Königreich behaupten konnte.

Dort ließ der König den heutigen Zahntempel errichten, um diese Reliquie sicher aufzubewahren, wobei die Anlage im Laufe der Zeit stetig erweitert wurde, um die Reliquie vor äußeren Einflüssen zu schützen und ihre religiöse Macht zu repräsentieren. Seitdem ist sie dauerhaft dort geblieben. Bis heute ist der Tempel ein bedeutendes Pilgerziel für Buddhisten aus aller Welt. Der eigentliche Zahn selbst wird nie direkt öffentlich gezeigt. Stattdessen wird er in mehreren kunstvollen Schreinen in Reliquienbehältern aufbewahrt, die ineinander verschachtelt sind. Gläubige sehen also nur den äußeren goldenen Schrein.







Am Abend

Wir haben den Tempel zwei Mal besucht, einmal am Abend zur Dämmerung und dann noch einmal am nächsten Tag gegen Mittag. Am Abend war es besonders stimmungsvoll, wir sind aufgrunnd der Füllmenge aber nicht in den Inneren Bereich gegangen, sondern sind im Klosterteil außerhalb der Mauern herum gelaufen. Um überhaupt in den ganzen, eingezäunten Bereich zu kommen geht man gegenüber vom Queens-Hotel durch eine Sicherheitskontrolle, wo auch Gepäckstücke gescannt werden.

Da man den äußeren Bereich während der Pooja-Zeremonie ohne Eintrittsgeld betreten kann, bietet sich hier die Gelegenheit, das Geschehen aus einer beobachtenden Perspektive wahrzunehmen und sich einfach hinzusetzen und die Stimmung auf sich wirken zu lassen. Hier gibt es auch einige Gebäude mit hinduistischen Figuren, ein religiöses College und die St.Pauls-Kirche auf engem Raum.

Die Luft ist erfüllt vom rhythmischen Schlagen der Trommeln und den durchdringenden Klängen der traditionellen Blasinstrumente, deren charakteristischer, fast quäkender Ton die rituellen Handlungen untermalt. Diese akustische Kulisse verstärkt den Eindruck der tiefen Verehrung, die diesem Ort entgegengebracht wird. Die Musik wirkte zunächst ungewohnt, entwickelte jedoch schnell eine hypnotische Wirkung und ließ die spirituelle Bedeutung der Zeremonie spürbar werden. Eine Gruppe Männer saß meditierend vor dem Sri Natha Devalaya Schrein, einige Studentinnen lasen vor den Mauern des Sri Natha Devalaya am Dharmaraja College, daneben brannten Bündel von Räucherkerzen in sandgefüllten Schalen.

Dieser Platz lohnt auch einen Besuch am Tage, natürlich gibt es hier auch einen Bodhi-Baum, einen Glockenturm und den alten, seit langer Zeit umgewidmeten ersten Zahntempel von Kandy. Daneben den hinduistischen Kali-Schrein und die St.Pauls-Kirche, die wir gar nicht gesehen haben, und mittendrin den ehemaligen Krönungsplatz.






Tagsüber

Wir kehrten am darauffolgenden Tag zurück, um die Anlage auch von Innen zu besichtigen. Am Ende der langen zuwegung durch den Park werden die Besucher aufgeteilt: Einheimische nach links, Touristen nach rechts in Richtung Seeufer. Hier beginnt das Erlebnis wie bei allen Tempeln mit der Abgabe der Schuhe was ein Zeichen des Respekts vor der Heiligkeit des Bodens ist. Das geht hier reibungslos, beim Abholen wird ein Trinkgeld erwartet, das man in eine Box werfen kann.

Für den Besuch des inneren Bereichs des Sri Dalada Maligawa wird eine Eintrittsgebühr erhoben, die für ausländische Besucher derzeit bei etwa 2.000 LKR liegt, was umgerechnet circa 6 bis 7 Euro entspricht. Bezahlung und Ticketausgabe erfolgt in einem kleinen Gebäude mit mehreren Automaten, wo man auch Bargeld einwerfen kann. Mit viel Geschick versucht sich hier auch gleich ein Guide an die Fersen der Besucher zu heften.

Nach dem Erwerb der Eintrittskarte führt der Weg ein paar Meter zurück und an einer Wache vorbei in den Garten des Tempels selbst. Das Ticket gut aufbewahren, man braucht es noch an einigen anderen Stellen im Gelände! Nach ein paar Treppen betritt man dann die kunstvoll verzierten Korridore und Hallen, die bei Tageslicht eine ganz andere optische Wirkung entfalten als in der abendlichen Dämmerung. Während des Rundgangs lassen sich die filigranen Holzschnitzereien, die prachtvollen Goldverzierungen und die detaillierten Wandgemälde in Ruhe betrachten, welche die bewegte Geschichte der Reliquie und ihre Reise nach Sri Lanka erzählen.

Der Schrein der Zahnreliquie ist das Herzstück des Tempels. Die Reliquie selbst befindet sich hinter einer goldenen Tür im Obergeschoss. Während der Pooja-Zeremonien morgens, mittags und abends können Besucher einen Blick in diesen Raum werfen, wobei die Reliquie selbst verborgen bleibt. Während dieser Zeremonien wird nur der Schrein sichtbar gemacht, und Gläubige können daran vorbeigehen, Blumen darbringen und beten.

Der sogenannte Old Royal Palace (auch Maha Wasala) war die Residenz der Könige des Königreichs Kandy. Er liegt unmittelbar nördlich des Zahntempels und bildete zusammen mit ihm das politische und religiöse Zentrum der Stadt. Die erste Anlage entstand im 14. Jahrhundert unter König Vikramabahu III. Danach wurde er erweitert, mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Hier war die letzte königliche Residenz bis 1815 unter König Sri Vikrama Rajasinha, 1815 endete das Königreich Kandy mit der britischen Übernahme. Danach wurde der Palast von britischen Beamten genutzt.

Der Palast war kein einzelnes Gebäude, sondern ein ganzer Komplex. Dazu gehörten noch der Königinnenpalast, das Badehaus der Königin (Ulpange) und weitere Wohn- und Verwaltungsgebäude. Heute sind nur noch Teile erhalten, viele Bereiche wurden umgebaut oder restauriert.

Die Audienzhalle (Magul Maduwa) ist ein offener Pavillon mit massiven, handgeschnitzten Säulen aus Teakholz, der früher für königliche Versammlungen genutzt wurde und ein Meisterwerk der kandyischen Holzarchitektur darstellt. Hier haben wir eine kurze Pause von der Hitze gemacht, bevor wie dann noch kurz im internationalen Museum des Buddhismus waren. Es befindet sich im hinteren Teil des Komplexes und bietet einen umfassenden Überblick über die Ausbreitung des Buddhismus in ganz Asien durch verschiedene Exponate und Modelle. Hier darf man leider nicht fotagrafieren, aber von einigen Gemälden gab es in der Audienzhalle sehr gute Reproduktionen, die wir zum Glück schon dort fotografierte hatten.

Ein besonderes Ereignis ist das jährliche Esala Perahera. Dabei wird eine Nachbildung des Zahns in einem prächtigen Umzug durch Kandy getragen, begleitet von Tänzern, Trommlern und geschmückten Elefanten. Das ist die seltene Gelegenheit, bei der die Reliquie symbolisch nach außen getragen wird. Das zehntägige Festival im Juli oder August (nach dem Esala-Vollmond) ist ein Höhepunkt buddhistischer und kultureller Traditionen der Insel und zieht tausende Pilger und Besucher aus aller Welt an.

Die Haupthalle (Digge) ist beeindruckend, mit feinen Holzschnitzereien, kunstvollen Wandmalereien und dekorativen Elementen geschmückt, welche die Geschichte Buddhas und den Weg der Reliquie nach Sri Lanka dokumentieren.

Neben diesen Bauwerken beeindrucken im gesamten Innenbereich die detailreichen Steinschnitzereien, die goldenen Dächer und die vielen Gläubigen, die wunderschöne Lotusblüten und Serosengebinde als Opfergaben niederlegen, was die friedliche und ehrfürchtige Stimmung des Ortes unterstreicht.








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