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NUWARA ELIYA

Bei unserem Besuch in Nuwara Eliya im Februar zeigte diese Stadt von ihrer eher rauen Seite, da dichter Nebel und anhaltender Regen das Hochland in dieser Zeit leider fest im Griff hatten. Die Umgebung zeigt sich in einem kräftigen Grün, wenngleich die weitreichenden Ausblicke häufig bereits ab dem Mittag hinter grauen Dunstschleiern verborgen blieben.

An exponierten Aussichtspunkten wird diese besondere Stimmung greifbar, wenn die Wolken derart tief hängen, dass die umliegenden Teefelder nur noch als vage Umrisse erkennbar sind. Aus diesem Grund sahen wir von einem Ausflug in den Horton-Plains-Nationalpark ab. Eine Anfahrt von über einer Stunde, nur um am berühmten Abgrund namens World’s End zu stehen, wo das Plateau fast 900 Meter in die Tiefe stürzt, schien bei der herrschenden Sichtweite wenig sinnvoll. Zudem sind die Pfade bei anhaltendem Regen oft sehr schlammig und rutschig, was eine Wanderung erschwert.

Als sich an einem Vormittag schließlich die Sonne zeigte, nutzten wir die Gelegenheit für einen Besuch im botanischen Garten, den Hakgala Gardens. Einen lebhaften Gegensatz zur dortigen Stille bietet das Treiben am zentralen Busbahnhof, wo die Marktplätze und kleinen Ladenzeilen eine pulsierende Energie verströmen. In einem der winzigen Geschäfte luden wir unsere Sim-Karte auf und fanden in einem Schuhladen in der Nähe sogar noch hochwertige Flip Flops für mich.

In diesem Bereich wacht eine Buddha-Statue über das Geschehen, während sich direkt gegenüber das markante alte Postamt befindet. Mit seiner viktorianischen Bauweise und den roten Ziegeln stellt es ein eindrucksvolles Zeugnis der kolonialen Epoche dar.

Die heutige Erscheinung von Nuwara Eliya ist maßgeblich durch die britische Kolonialherrschaft geprägt, die im frühen 19. Jahrhundert ihren Lauf nahm. Nachdem der Militärarzt John Davy das Hochtal im Jahr 1818 eher zufällig entdeckt hatte, erkannte Gouverneur Edward Barnes das Potenzial des milden Klimas als Erholungsort fernab der tropischen Hitze des Tieflands.

Die gezielte Erschließung wurde jedoch vor allem durch Samuel Baker vorangetrieben, der ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Basis für die Infrastruktur schuf und den Ort in ein "Little England" verwandelte. Während die Siedler anfangs primär britische Traditionen wie den Golfsport oder Pferderennen etablierten, stellten sie bald fest, dass der nährstoffreiche Boden und die kühlen Temperaturen exzellente Bedingungen für eine spezialisierte Landwirtschaft boten.

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Das Stadtbild spiegelt diese Zeit bis heute durch herrschaftliche Villen im viktorianischen Stil und weitläufige Gartenanlagen wider. Baker gründete 1846 den ersten großen landwirtschaftlichen Betrieb, der noch heute unter dem Namen "Baker’s Farm" bekannt ist. Was ursprünglich als Sanatorium für Soldaten gedacht war, entwickelte sich rasch zum Zentrum des Teeanbaus, nachdem James Taylor im Jahr 1867 die ersten kommerziellen Plantagen anlegte. Diese Transformation prägte sowohl das Landschaftsbild als auch die soziale Struktur der Region nachhaltig.

Eine Besonderheit der Region ist auch der intensive Anbau von Gemüsesorten, die im restlichen Sri Lanka kaum zu finden sind. Da hier als einzigem Ort der Insel gelegentlich Frost auftreten kann, gedeihen Pflanzen aus gemäßigten Klimazonen besonders gut. Auf den steilen Terrassen rund um die Stadt wachsen vor allem Kartoffeln, Möhren, Lauch und verschiedene Kohlsorten, die lokal als "Up-Country Vegetables" bekannt sind. So wird die Kulisse nicht nur durch die weitläufigen Teeteppiche, sondern auch durch das Muster der vielen Gemüsebeete bestimmt.

Neben dem Gemüsebau ist die Gegend um Ambewela weit über die Grenzen hinaus für ihre Erdbeeren bekannt, die entweder frisch in kleinen Straßencafés oder kleinteilig verpackt an Verkaufsständen ander Strasse angeboten werden.

Zudem nutzen spezialisierte Betriebe das Klima für eine in Sri Lanka seltene Form der Milchwirtschaft, deren Weideflächen bisweilen an das Erscheinungsbild europäischer Almlandschaften erinnern.







Single Tree Hill

Für vier Nächte bot uns die Private Villa by the Tea Estate, die etwas abseits des Zentrums in einem ruhigen Wohngebiet liegt, in Nuwara Eliya einen idealen Rückzugsort. Die großzügige Unterkunft punktete mit einem hervorragenden Badezimmer inklusive Badewanne, und durch den praktischen Lieferservice für das Abendessen mussten wir das Haus auch am Abend bei Regen nicht verlassen. Die trüben Stunden ließen sich dort wunderbar nutzen, um liegen gebliebene Aufgaben am Computer in entspannter Atmosphäre zu erledigen.

In der unmittelbaren Nachbarschaft luden die Teeplantagen zu ausgiebigen Spaziergängen ein, und auch die Moon Plains, lokal als Sandatenna bekannt, wären theoretisch zu Fuß erreichbar gewesen. Diese weitläufige Graslandschaft ist berühmt für ihren 360-Grad-Panoramablick auf die umliegenden Gipfel, verwandelt sich bei schlechtem Wetter jedoch schnell in eine ungemütliche, windgepeitschte Nebellandschaft. Da der Transport zum eigentlichen Aussichtspunkt per Jeep erfolgt und das Zeitfenster für Aufnahmen streng reglementiert ist, verzichteten wir angesichts der Witterung auf diesen Ausflug.

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Rund um Nuwara Eliya existieren zwar etliche Aussichtspunkte, die bei klarem Himmel sicher beeindruckende Erlebnisse bieten, doch bei widrigen Bedingungen bleiben sie oft in dichten Wolken oder hinter Nebel und Dunst verborgen. Dies gilt insbesondere für den Pidurutalagala, auch Mount Pedro genannt, den höchsten Berg des Landes. Von seinem Gipfel aus hätte man theoretisch eine unvergleichliche Sicht über die gesamte Insel, doch der Zugang ist aufgrund militärischer Sperrzonen und des häufigen Nebels sehr stark eingeschränkt.

Ein Ziel konnten wir dennoch realisieren: Eine Fahrt mit dem Tuk-Tuk auf den Single Tree Hill bis zum unterhalb des Gipfels gelegenen Swarnagiri Maha Viharaya. Dieser buddhistische Tempel und Meditationsort schmiegt sich auf rund 2100 Metern Höhe an die Bergflanken und strahlt meditative Ruhe aus. Der örtliche Tempelelefant war lebensgroß aus Zement geformt und sah täuschend echt aus. An einer großen Buddhastatue wurde noch gebaut und Schilder riefen zu Spenden auf.

Vom Tempelareal aus genießt man einen fantastischen Ausblick auf den Lake Gregory, über grüne Teefelder und die tiefer gelegenen Viertel von Nuwara Eliya. Da die Anlage ein Stück unterhalb der Bergkuppe liegt, ist sie oft noch gut erreichbar und bietet auch Aussicht, wenn der eigentliche Gipfel bereits komplett im Dunst verschwunden ist.







Lake Gregory

Die Ufer des Lake Gregory ließen sich von unserer Unterkunft aus bequem zu Fuß erreichen. Als Herzstück der Freizeitgestaltung in Nuwara Eliya prägt dieser See das gesamte Stadtbild maßgeblich. Seine Entstehung geht auf das Jahr 1873 unter dem britischen Gouverneur William Gregory zurück, der den Fluss Thalagala aufstauen ließ. Während das Gewässer ursprünglich der Elektrizitätsgewinnung diente, wandelte es sich rasch zu einem exklusiven Erholungsort für die britische Elite, welche dort die kühle Brise des Hochlands genoss.

Trotz der niedrigen Temperaturen herrscht auf dem Wasser reger Betrieb: Neben Tretbooten in Schwanenform werden auch Fahrten mit Schnellbooten und Jetskis angeboten. Da keine Saison war, gammelten einige Boote am Ufer vor sich hin. Während unseres Besuchs dominierten vor allem die schnellen motorisierten Boote, die mit einigem Lärm über den See kreuzten und ihre Fahrgäste mit scharfen Kurven und Wendemanövern begeisterten. Am Ufer nahe der Stadt wird zudem traditionelles Ponyreiten für Kinder offeriert, was dem Ort eine fast jahrmarktähnliche Note verleiht. Eine Besonderheit stellt die Funktion des Sees als Wasserlandeplatz dar, der Nuwara Eliya auf dem Luftweg mit Colombo oder den Küstenregionen verbindet, wenngleich wir während unseres Aufenthalts keinen der kleinen Flieger sichten konnten.

Die Uferzonen sind als weitläufige Parkanlagen gestaltet und laden zu ausgiebigen Spaziergängen ein, allerdings ist ein Bummel rund um den See nicht möglich. An einer Stelle fehlt der breite Spazierweg am Ufer, an einer anderen Stelle war abgesperrt. Nach Umgehung der Sperre hätte man ein Stück auf der Hauptstraße über eine Brücke zurücklegen müssen.

Üblicherweise säumen zahlreiche Stände den Weg, an denen lokales Streetfood wie geröstete Kichererbsen oder warme Maiskolben verkauft wird. Aufgrund der aktuellen Saison und des Wetters blieben viele dieser Verkaufsstellen jedoch geschlossen, was die Szenerie ruhig und fast ein wenig verlassen wirken ließ. Mehrere große Parkplätze mit beschrankten Zufahrten auf beiden Seiten des Sees ließen erahnen, wie voll es hier werden kann.








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